Sommer-Nachtrag: Was das Ministerium bei der Energiewende vorhat

Ich finde, man muss das Energieministerium auch mal loben. Die Informationen über Energiewendevorhaben sind unter Sigmar Gabriel deutlich besser und vollständiger als unter den Vorgängern im Wirtschafts- beziehungsweise Umweltministerium.

Die aufschlussreiche Auflistung der „Zentralen Vorhaben der Energiewende“, die schon Ende Juni veröffentlicht wurden, habe ich allerdings wegen der Sommerpause übersehen. Hier ist der Link. Fachmedien berichteten auch darüber. Dennoch sei es mir erlaubt, das Papier noch einmal aufzugreifen, denn mein Eindruck ist, dass es einigen so ging wie mir.

Hochinteressant, was da alles terminlich grob, aber  verbindlich schwarz auf weiß festgelegt wird. Der Plan enthält wirklich alle relevanten Vorhaben der Bundesregierung in Sachen Energie, und zusammengenommen ist es die größte Reform des deutschen Energiemarkts mindestens seit der Liberalisierung 1998. Hier die wichtigsten Punkte:

Festlegung auf Ausschreibungsmodell für erneuerbare Energien im ersten Halbjahr 2016. Beginn der Ausschreibungen Oktober 2016.

– Neues Marktdesign (also womöglich Kapazitätsmarkt für fossile Kraftwerke) bis spätestens August 2016, davor Grünbuch (bis November 2014) und Weißbuch (Mai 2015).

– Enttäuschend: Reform der ENEV (Energieeffizienz von Gebäuden) erst bis Ende 2016, trotz der hohen Bedeutung für den Klimaschutz.

– Inkrafttreten der Novelle der Verteilnetzregulierung (wahrscheinlich mit höherem Anteil an der Finanzierung der Fixkosten, also mehr Leistungspreis statt Arbeitspreis) bis Oktober 2015.

Ich bin gespannt, ob Gabriel diesen Plan so durchziehen kann. Bei fast allen Punkten erwartet ihn mächtig Gegenwind.

 

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