Prosumer – gefangen im Smart Grid?

Sind Verbraucher passive Energiekunden? Oder werden sie von reinen Konsumenten zentral erzeugter Elektrizität und Wärme zu „Prosumern“, die die Energiewende aktiv mitgestalten und von ihren Chancen auch profitieren? Die bevorstehende EnWG-Novelle, das „Verordnungspaket intelligente Netze“ sowie das bereits absehbare „EEG 3.0“ werden der Rolle von Verbrauchern in der neuen Energiewelt einen entscheidenden Zuschnitt geben. Aktuelle Vorschläge verheißen nichts Gutes: So sollen kleine Erzeugungsanlagen wie PV- und KWK-Anlagen sowie steuerbare Verbrauchs­ein­rich­tungen wie Wärmepumpen und Elektromobile („Prosumer-Anlagen“) mit dem fragwürdigen Argument der Netzdienlichkeit mit Smart Metern ausgestattet „an die Kandare genommen werden“. Im Kern geht es um die Frage, ob und wie Prosumer-Anlagen ins zukünftige Smart Grid integriert werden können, sollen oder müssen.

Hintergrund der Diskussion ist der aktuelle politische Entscheidungsprozess über einen flächendeckenden Einsatz intelligenter Messeinrichtungen und Messsysteme („Smart Meter-Rollout“). Der Startschuss fiel mit der Veröffentlichung einer BMWi-Auftragsstudie Mitte 2013, erreichte einen ersten Höhepunkt Ende 2013 mit der Spiegel-Berichterstattung über die „Zwangsumlage“ und wurde kürzlich durch die dena-Smart-Meter-Studie befeuert. Beide Studien empfehlen den Einsatz von Smart Metern neben der Messung des Energieverbrauchs auch zum Zwecke eines „aktiven Last- und Einspeisemanagements“ (Last- u. EinsMan) mit kleinen Prosumer-Anlagen durch die Netzbetreiber (NB). Dabei wird nicht gekleckert, sondern geklotzt: alle neuen und alten PV- und KWK-Anlagen ab 0,25 kW und alle Wärmepumpen und Elektromobile sollen einbezogen werden. Begründet wird dies mit verringerten Netzausbaukosten.

Viele Marktteilnehmer sehen vor allem das Marktvolumen. Ein gesetzlich vorgegebener Rollout verspricht einen großen Markt mit gesicherter, regulierter Rendite. Unter den Befürworter finden sich neue Gesichter wie die großen Telekommunikationsunternehmen. Aus Verbrauchersicht stellt sich vor allem die Frage, wer die Mehrkosten in Höhe von 10 Mrd. Euro trägt, wie hoch die regulierten Entgelte für Smart Meter sind und welchen Nutzen sie haben.

Zu wenig hinterfragt wurde bisher, ob die Einbeziehung von Prosumer-Anlagen ins Last- u. EinsMan überhaupt zielführend ist. Deswegen hat die Verbraucherzentrale NRW eine Umfrage unter 90 NRW-Verteilernetzbetreibern zu § 6 EEG 2012 durchgeführt. Diese Vorschrift ist der regulatorische „Testballon“ für die Integration von Prosumer-Anlagen ins Smart Grid. Sie verpflichtet Betreiber kleiner PV-Anlagen zur Umsetzung „Technischer Vorgaben“, damit Netzbetreiber diese im Netznotfall abregeln können.

§ 6 Abs. 2 Nr. 2 EEG 2012 – ein Misslungener Testballon

Diese Vorschrift ist ein mahnendes Beispiel. Obwohl die Einbeziehung kleiner PV-Anlagen äußerst umstritten war und sogar der Bundesrat sie als unverhältnismäßig ablehnte, beschloss die Bundesregierung die „Technischen Vorgaben“, und zwar ohne Übergangsfrist und ohne auseichende Marktanalyse und Folgenabschätzung. Das sollte sich rächen. Sowohl Anlagenbetreiber (AB) als auch NB waren zeitlich, technisch und finanziell überfordert. Aufgrund massiver Kritik und erheblicher (Rechts-)Unsicherheit sahen sich die zuständigen Ministerien (BMU, BMWi) noch vor Inkrafttreten zur Veröffentlichung eines „Anwendungshinweis“ gezwungen, der aber kaum Linderung verschaffte. Darin gestand der Gesetzgeber sogar ein, „dass die Einbindung von Kleinstanlagen eine technische Herausforderung darstellt, die in vielen Fällen nicht kurzfristig zu lösen ist“. Anhaltende Probleme führten dann zu einem zweiten Rettungsversuch. Mit der „PV-Novelle“ wurde eine Übergangsfrist bis Ende 2012 eingeräumt, die ebenfalls keine Entlastung brachte. Und seit dem „Wiederaufleben“ zum 1.1.2013 sorgt die Regelung weiter für große Unzufriedenheit unter den Marktteilnehmern.

Umfrage zeigt: § 6 Abs. 2 Nr. 2 EEG 2012 muss ausgesetzt werden

Die aktuelle Umfrage hat Klarheit über die entscheidende Frage gebracht, ob die Einbeziehung von Kleinstanlagen in das EinsMan der NB erforderlich ist. Darüber hinaus belegt sie Missstände und Fehlentwicklungen und wirft wichtige neue Fragen auf:

  • Die Einbeziehung von Kleistanlagen ist nach Aussage der NB kaum erforderlich. Kein NB benötigt Kleinstanlagen zurzeit für das EinsMan. In vielen Netzgebie­ten ist ein Bedarf selbst langfristig nicht erkennbar.
  • Die verursachten Kosten sind erheblich und gefährden die Wirtschaft­lichkeit und Umsetzung dezentraler Energieprojekte. Die Kosten sind zudem völlig unnötig, da überhaupt kein Bedarf zur Abregelung besteht.
  • Die Marktstellung vieler NB beim Vertrieb der EinsMan-Hardware ist mangels eines funktionierenden liberalisierten Markts monopolartig. Die Preispolitik stellt sich als willkürlich und intransparent dar, auch weil eine Aufsicht fehlt.
  • Der Einsatz der veralteten Rundsteuertechnik wird forciert, die auf­grund des Risikos unbefugter Abschaltung nicht sicher und angesichts der aktuellen Entwicklung von Smart Meter-basierten Lösungen auch nicht zukunfts­trächtig ist. Dies führt zum Aufbau Smart Grid-inkompatibler Parallel­infra­struk­turen.
  • Smart Meter kommen durch die Hintertür des § 6 EEG zum Einsatz, obwohl sie nach EnWG noch nicht verbaut werden dürfen.

Der Gesetzgeber sollte die Einbeziehung kleiner PV-Anlagen bis 10 kW in das EinsMan daher aufheben, da Anlagenbetreiber unverhält­nis­mäßig belastet und technologische Fehlent­wick­lungen forciert werden, ohne dass eine flächendeckende Einbezie­hung auf absehbare Zeit überhaupt erfor­derlich wäre. Er sollte zudem prüfen, ob nicht auch Anlagen bis 30 kW aus denselben Gründen auszunehmen sind.

Nächste Bewährungsprobe – Smart Meter-Rollout

Waren bisher nach § 6 EEG nur neue PV-Anlagen betroffen, sollen jetzt alle PV-Anlagen und alle KWK-Anlagen ab 0,25 kW sowie alle Wärmepumpen und Elektromobile ins Last- u. EinsMan einbezogen werden und mit Smart Metern ausgestattet werden. Eine solche Regelung wäre völlig unverhältnismäßig. Denn für die Kleinsten der Kleinstanlagen gelten die obigen Umfrageergebnisse erst recht. Ihre Einbeziehung ist nicht erforderlich, die verursachten Kosten unverhältnismäßig. Es würde „mit Kanonen auf Spatzen geschossen“. Dies gilt auch für steuerbare Verbrauchs­einrich­tungen, für die es mit § 14a EnWG bereits eine interessante Regelung gibt, die AB einen finanziellen Anreiz setzt, ihre Anlagen dem NB freiwillig zum LastMan anzubieten. Dieser Vorschrift sollte erst eine Chance gegeben werden, wozu es erst noch einer Verordnung des BMWi bedarf.

Konsistentes Gesamtkonzept statt Schnellschuss

Der Gesetzgeber hat ein ausreichend großes Zeitfenster, um zunächst ein konsistentes Gesamtkonzept zu entwickeln, in das Prosumer-Anlagen dann sinnvoll integriert werden. Die Einschätzung der NB, die im Grundsatz auf das gesamte Bundesgebiet übertragbar ist, gibt die Richtung vor: Kleinstanlagen werden auf absehbare Zeit nicht zum EinsMan benötigt.

  • Vorhandene Alternativen prüfen

Zur aktuellen „starren“ Regelung bestehen Alternativen, die der Gesetzgeber sorgfältig prüfen sollte. So bietet sich z.B. eine technologieoffene Grundausstattung mittels Einsatz regelbarer Wechselrichter an („EinsMan-ready“). Damit löst der Gesetzgeber auch die Vertrauensschutz-Problematik. Auch könnte der Gesetzgeber auf eine flexible, bedarfsorientierte Regelung setzen: NB, die auf Kleinstanlagen zugreifen müssen, können „ihre“ AB zur Ausrüstung verpflichten. Als Voraussetzung sollte der NB den Bedarf aber begründen und belegen müssen. Grundsätzlich sollte der Gesetzgeber prüfen, ob wirklich jede noch so kleine Prosumer-Anlage als Messpunkt und Regelanlage benötigt wird. Es scheint zielführender, auf intelligente Ortsnetzstationen und regelbare Ortsnetz­trans­forma­toren zu setzen.

  • Safety first – Schutz persönlicher Daten, der Anlagen und des Gesamtsystems

Durch die Vernetzung von Prosumer-Anlagen ins Smart Grid wird die Gefahr geschaffen, dass Unbefugte Daten abgreifen. Denn der beim Smart Metering entstehende „Datenschatz“ ist verlockend, was der Einstieg von Google in das Geschäft mit Smart Home-Dienstleistungen verdeutlicht („Big Data-Problematik“). Auch sind die Vielzahl der beteiligten Akteure und die Menge der erzeugten Daten eine große Herausforderung. Die Sicherheit persönlicher Daten hat daher allerhöchste Priorität. Die Integration von Prosumer-Anlagen erhöht auch das Risiko, dass Unbefugte in die Strom- und Wärmeversorgung des Haushalts und auch des öffentlichen Stromnetzes eingreifen. Denn jeder neue Smart Grid-Teilnehmer führt zu neuen Schnittstellen, die Einfallstore für Hacker sind.

  • Bestandsschutz

Sollte der Einbau intelligenter Messsysteme für Prosumer-Anlagen gesetzlich vorgeschrieben werden, bedeutet das das Aus für die Rundsteuertechnik; nicht nur in neuen Systemen, sondern auch in Bestandsanlagen. AB, die § 6 EEG bereits umgesetzt haben, genießen Bestands­schutz. Sie dürfen im Rahmen eines Smart Meter-Rollouts nicht zu einem kosten­pflichtigen Technologieaustausch verpflichtet werden.

Fazit: Energiewende gelingt nur mit starken Prosumern

Mit den kommenden Vorhaben stellt der Gesetzgeber entscheidende Weichen für den Umbau des Energiesystems und die Rolle von Verbrauchern. Mit Nachdruck ist davor zu warnen, Privatleute als Betreiber von Kleinstanlagen zu stark in die Pflicht zu nehmen und einseitig mit zusätzlichen Kosten zu belasten, ohne dass diesem Aufwand ein nachvollziehbarer Nutzen gegenübersteht. Genau das aber wäre der Fall bei einer Pflicht zum Einbau von Smart Metern mit dem fragwürdigen Argument der Netzdienlichkeit. Der Smart Meter-Rollout ist kein Selbstzweck. Keinesfalls dürfen Prosumer-Anlagen zur Rettung eines möglicherweise unwirt­schaft­lichen Smart Meter-Rollouts missbraucht werden. Statt den Smart Meter-Rollout mit der ordnungsrechtlichen „Brechstange“ durchzusetzen, sollte der Gesetzgeber die Unterstützung der Verbraucher mit einem marktgetriebenen Ansatz und Anreizregelungen wie § 14a EnWG gewinnen. Ein Smart Grid sollte Verbrauchern Chancen bieten und sie zu aktiven Prosumern befähigen, statt ihre Mitwirkungsmöglichkeiten zu beschränken und sie damit zu Statisten zu degradieren.

Der Autor Holger Schneidewindt ist Referent für Energierecht der Verbraucherzentrale NRW

 

 

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4 comments for “Prosumer – gefangen im Smart Grid?

  1. Ulfert Höhne, Wien
    8. August 2014 at 11:46

    Einen Smart Meter Roll-out kann man auch positiv sehen. Die skeptische Sicht und das Argument der hohen Kosten sieht dann eher wie ein Mantra der Vergangenheit aus, ein Teil der Großen Bremslogik der Imcumbents.

    Schon heute kosten Zähler, die Sekundenwerte (U, I, cos phi) liefern und loggen, unter 50 Euro plus installation. Das Wissen um den genauen Lastgang ermöglicht dann aber, zu planen, zu steuern, zu analysieren — und vor allem neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, wie etwa http://www.aWATTar.com und E3DC store2market und viele, viele weitere. Solche Innovatoren formen und befeuern die wirkliche Energiewende und den rasanten Umstieg auf dezentrale und effiziente Energiestrukturen, die wir für effektiven Klimaschutz brauchen.

    Der notwendige Umbau der Infrastruktur hat viel geringere Kosten, als damals die Verpflichtung zum Kanalanschluss, und die haben wir auch zu finanzieren geschafft.

    Gefangen sind wir mE im dumb grid. Smarte Infrastruktur befreit und ermöglicht tausend neue Angebote. Was braucht es, dass „Prosumer“ einen Peer-to-Peer Energieaustausch als quasi Open Source Projekt umsetzen können? Dass sie etwa regional im Ortsnetz, aber auch im virtuellen Dorf live ihren Bilanzkreis optimieren können? Dass sie via ein ebay der Energie vollautomatisch Watt und Wattstunden austauschen, aggregieren und einander in Reserve stehen?

    OK, noch wissen wir nicht genau, wie das gehen soll, wenn etwa virtuelles Dorf und physikalisches Netz um Lastmanagement buhlen. Aber mit Entrepreneurship und Vertrauen in Freiheit und Markt – und, ja, der Hoffnung auf eine saubere Regulierung, die den freien Markt vor der Übermacht der Incumbents schützt, sieht das nach einem guten Szenario aus.

    Beispiele für partiell gelungeneren Regulierung des Energiemarktes gibt’s ja in Deutschlands Nachbarschaft…

  2. Schlandt
    13. August 2014 at 14:28

    Hallo Herr Höhne,

    spannender und fundierter Beitrag zur Diskussion, vielen Dank! Für 50 Euro gibt es einen Zähler, wenn ich Sie richtig verstanden habe, aber keinen Smart Meter, über den auch Steuereingriffe möglich wären, richtig? Ich denke, dass die Kosten doch eine entscheidende Rolle spielen werden bei der Frage, ob die Smart Meter sich bei Kleinverbrauchern politisch und marktseitig durchsetzen lassen. Wenn die Preisschätzungen von VKU und BDEW auch nur halbwegs stimmen, dann ist die Gefahr groß, dass eine Zwangseinführung, die ja nicht nur die Kleinanlagenbetreiber betreiber, sondern alle betreffen würde, eine Abwehrhaltung wie gegen E10 zur Folge haben könnte, mit sehr negativen Folgen. Möglicherweise liegt die VZ NRW und sie gar nicht so weit auseinander, denn Marktinnovation und echter Mehrwehrt für die Kunden und eine daraus entstehende natürliche Nachfrage, die selbstverständlich einen regulierenden Rahmen braucht, der Standards festlegt etc., sind sicher in aller Interesse. Ich persönlich teile eben allerdings die Skepsis, was Zwangsbeglückungen angeht, durchaus.

    Jakob Schlandt

  3. Christian
    2. September 2014 at 13:14

    Die Zwangs-Roll-Out von Smart-Metern zum jetztigen Zeitpunkt betrachte ich ebenfalls eher mit Skepsis. Wie Herr Höhne schreibt, ist die Kommunikationsstruktur, die Kommunikationsinhalte als auch das Energiemanagement innerhalb von Prosumer-Netzen noch nicht geklärt. Ich habe Zweifel, dass Smart-Meter heutigen Datums über alle nötigen Funktionen bezüglich zukünftiger Netze besitzen. Vielmehr besitzen diese Geräte selbst auch noch Entwicklungsbedarf. Es kann sein, dass wir heute Geräte ausliefern, die morgen inkompatibel sind. Zudem kann die Energiewende nicht ausschließlich durch die Lastverschiebung von privaten und gewerblichen Konsumenten getragen werden, sondern es müssen Energiespeicher und flexible Erzeuger generiert werden. Vor diesem Hintergrund kann man Smart-Meter als einen Anfang zur Bildung einer Infrastruktur betrachten, man kann aber auch sagen, dass dies zur Gewinnsteigerung der IKT-Branche führt.

    Zu den Schlussfolgerungen der Umfrageergebnisse muss ich mich allerdings kritisch äußern. Sie befragt ausschließlich NB in NRW, vermittelt aber gleichzeitig den Eindruck, dass die Ergebnisse für das gesamte Bundesgebiet gelten. Dass dies nicht so ist, wird klar, wenn man sich vor Augen hält, das NRW das Bundesland mit:
    – der höchsten Bevölkerungsdichte,
    – einem geringen Anteil an EE im Vergleich zu den bevölkerungsarmen Bundesländern,
    – dem derzeit geringsten Pro-Kopf-Zubau an Photovoltaikanlagen (außgenommen B, HH, HB)
    ist.
    Das bedeutet aus meiner Sicht, dass die Betreiber regelbarer (auch konventioneller) Kraftwerke in NRW ihre Erzeugerleistung weniger oft/stark in Grenzbereiche bringen müssen und daher dem in diesem Bundesland geringen Anteil an fluktuierenden Energien noch genügend Regelleistung (oder allgemein Systemdienstleistungen) gegenüberstellen können.
    Man betrachte sich auf der anderen seiten MVP oder BB. Dort ist der EE-Anteil am Stromverbrauch über 50%. Was das bedeutet, ist ersichtlich: Es tritt häufiger ein Energieüberschuss mit größerem Umfang auf – die Energie muss gespeichert werden, so sie sinnvoll genutzt werden soll. Es tritt häufiger eine energetische Unterversorgung ein, bei der die Energie irgendwoher bezogen werden muss. Die Verstärkung vorhandener Stromleitungen kann für beide Fälle eine Antwort darstellen. Die Aggregation von Produzenten und Konsumenten in einem lokalen intelligenten Netz und Befähigung beider auch als jeweils gegenteiliger Akteur zu agieren und damit echte Prosumenten zu kreieren, ein anderer.

    • Holger Schneidewindt
      2. September 2014 at 14:43

      Hallo Christian,

      die Studie nennt Fakten nur für NRW, richtig. Dort brauchen und wollen die Netzbetreiber kleine PV-Anlagen nicht für ihr Einspeisemanagement. Und NRW hat durch seine Industrie sicherlich eine sehr hohe Last, sodass die Gefahr der Netzüberlastung (durch EE-Einspeisung) und der Bedarf zum Einspeisemanagement grundsätzlich geringer ist als in anderen Bundesländern. Dennoch dürfte das Umfrageergebnis grundsätzlich, d.h., mit wenigen Ausnahmen in einzelnen Verteilernetzen, für das gesamte Bundesgebiet gelten. Jedenfalls ist die Einschätzung von (überregionalen) Netzbetreibern aus dem restlichen Bundesgebiet auf den relevanten Veranstaltungen und Seminaren zum Thema Einspeisemanagement einhellig. Letztlich ist nicht entscheidend, ob das Umfrageergebnis nun auf 100% des Bundesgebiets, sondern zumindest auf die große Mehrheit der Verteilernetze in Deutschland übertragbar ist und es dort zu den dargestellten Fehlentwicklungen kommt.

      Das Umfrageergebnis dürfte auch bzw. erst recht für Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gelten. Die dortigen Netzbetreiber werden die kleinen PV-Anlagen erst recht nicht brauchen, weil sie ja – neben den konventionellen Kraftwerken – auf die großen Windparks und PV-Freiflächenanlagen zum Einspeisemanagement zurückgreifen können und müssen. Hier nochmal der Hinweis auf die gesetzliche vorgeschriebene Abregel-Kaskade: Kleinstanlagen dürfen von Gesetzes wegen erst als absolute ultima-ratio-Maßnahme abgeregelt werden, d.h., erst nach allen konventionellen und großen EE-Kapazitäten.

      Holger Schneidewindt

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